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Gegen die Methode

Grundzüge einer anarchistischen Erkenntnistheorie

September/2014

Ich war im ersten Jahr meines Masterstudiums, als ich auf dieses Buch stiess. Ein älterer Student empfahl es mir mit den Worten: „Lies Feyerabend. Der ist cool.“

„Cool“. Es war ein Buch über wissenschaftliche Philosophie. Wie cool kann wissenschaftliche Philosophie wirklich sein? Ich war neugierig geworden, und schliesslich überzeugte mich der provokante Titel – mit den Worten „Gegen die Methode“ und „Anarchistische Theorie“. Ich kaufte mir ein Exemplar.

In dem Buch argumentiert der Autor Paul Feyerabend, dass es in der Wissenschaft keine absolute Wahrheit geben kann, und lehnt Dogmatismus ab. Stattdessen behauptet er, dass „Wissenschaft im Wesentlichen ein Agent der Anarchie ist“ und dass das einzige Leitprinzip der Wissenschaft lauten sollte: „Alles ist erlaubt.“ Okay, das ist cool.

Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt in meinem Studium an einem Punkt, an dem ich mich vom akademischen System und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erschöpft fühlte. Es war, als hätten Feyerabends provokante Worte alle Trübsal, die sich in meinem Herzen festgesetzt hatte, weggeblasen und mich mit neuem Mut erfüllt.

Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich denke, dass das Führen eines Unternehmens und die Herstellung von Produkten dennoch kreative Tätigkeiten sind. Und damit echte Kreativität entstehen kann, versuche ich, eine wichtige Leitlinie nie zu vergessen: Alles ist erlaubt.

Der als „Querdenker” und „Genie” gefeierte Wissenschaftsphilosoph Paul K. Feyerabend war langjähriger Professor an der University of California in Berkeley, USA. Sein 1975 erschienenes Buch wurde von Yoichiro Murakami und Hiroshi Watanabe gemeinsam übersetzt und 1981 in Japan veröffentlicht.

(Text: Kazuto Yamaki, CEO von SIGMA)

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